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Kinderkonzert Karneval der Tiere 2016

Anlässlich des JSO-Jubiläumsjahres 2016 wurde die musikalische Suite "Der Karneval der Tiere" von Camille Saint-Saëns aufgeführt. Gedacht war dies insbesondere für die jungen Anhänger des JSO. Daher erfolgte eine besonnterer Einladung an die Neckarsulmer Kindergärten.

Wie in der heutigen Aufführungspraxis üblich wurden die meisten der 14 kleinen Sätze jeweils kurz von einer Erzählerin eingeleitet.

Vervollständigt wurde das Orchester von zwei Flügeln, die ebenfalls von Mitgliedern des Orchesters gespielt wurden. Im Zusammenspiel des Orchesters mit einzelnen Solisten aus den eigenen Reihen konnte das Werk, das viele bekannte Melodien beinhaltet, dem begeisterten Publikum präsentiert werden.

Kinderkonzert in Neckarsulmer Ballei, Neckarsulmer Journal, Ausgabe 04/2016

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Brüllender Löwe und hüpfende Kängurus

Neckarsulm Jugendsinfonieorchester bringt in der Ballei den "Karneval der Tiere" auf die Bühne

Von Ute Plückthun

Wenn 98 Uhus auf der Bühne musizieren, ein Marabu dazu den Taktstock schwingt und zwei Eichhörnchen in die Tasten greifen, dann ist der "Karneval der Tiere" perfekt: Manege frei für einen brillanten Zoo hieß es in der Ballei beim Kinderkonzert des Neckarsulmer Jugendsinfonieorchester, das im Jubiläumsjahr mit einer ganzen Reihe von Aktivitäten durchstartet.

Geburtstagsgeschenk "Zu unserem 25. Geburtstag haben wir euch als Geschenk eine musikalische Reise mitgebracht", kündigte Gesangslehrerin Andrea Voit-Erlewein in der Rolle der Sprecherin an. Die Kinder verfolgten gespannt und bemerkenswert konzentriert das kurzweilige Musikgeschehen auf der Bühne. Dabei begann das Konzert, kindgerecht verpackt, durchaus klassisch: "Wenn andere vier Sätze brauchen, schaffe ich das locker in zwei", versicherte Andrea Voit-Erlewein im Sinne von Franz Schubert und seiner Unvollendeten: Meisterhaft sowie die ganze dynamische und stilistische Vielfalt in düster dramatischen und fröhlich beschwingten Elementen auslotend, bot das Orchester den ersten Satz.

"Viel Wasser, Palmen, Kokosnüsse und die tollsten, aber auch gefährlichsten Räuber der Meere": Jack Sparrow und die Black Pearl kam der Fantasiewelt der Kinder deutlich näher: Viele konnten sich der mitreißenden Rhythmik des Medleys nicht entziehen und klopften fleißig mit.

Mit dem Taktstockwechsel von Jochen Hennings zu Andreas Kehlenbeck wurde es tierisch: Eine Waldameise, die sich bei einem Erdferkel über seinen ausladenden Hut beschwerte, läutete den "Karneval der Tiere" mit dem majestätisch brüllenden Löwen ein.

Zahlreiche Tiere kamen in der humoristischen Suite mit 14 kleinen Sätzen zu Gehör, stets von der Erzählerin mit einer charmanten Geschichte eingeleitet: Hüpfende Kängurus, die von den beiden Pianisten Jennifer Ferreira-Schmidt und Julian Müller vorgestellt wurden. Esel, deren langgezogenes I-ah von den Geigen präsentiert wurde. Schildkröten im unendlich langsamen Cancan. Oder Fossilien, die mit ihren Knochen wie ein Xylofon klapperten.

Stürmischer Applaus Insbesondere die Solisten Reinhard Hansen (Kontrabass) als pompöse Elefantendame, Jakub Romanovic (Klarinette) mit Kuckucksruf im tiefen Wald und Lukas Nehr (Cello) als prachtvoller Schwan begeisterten. Auch bekannte Melodien wie das "Aquarium" kamen hervorragend an. Das Finale sogar so sehr, dass es den stürmisch applaudierenden Zuhörern als Zugabe gleich noch einmal präsentiert wurde.

Sinfoniekonzert (18. Juni, 19.30 Uhr Kulturhalle Erlenbach), Serenadenkonzert (28. Juni, 18 Uhr, Landesgartenschau Öhringen) und Musikschulfest (10. Juli, Musikschule Neckarsulm).

Heilbronner Stimme, 02. Mai 2016