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Feuerwerksmusik 2006

In Kooperation mit den Musikvereinen Neckarsulm, Obereisesheim und Dahenfeld erarbeitete das Orchester die Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel. Das Konzert fand auf dem Neckarsulmer Markplatz statt und beinhaltete auch ein Feuerwerk, welches passend zur Musik abgefackelt wurde.

Die Music for the Royal Fireworks  ist eine  von 1748 von Georg Friedrich Händel komponierte Suite. Das Werk wurde am 27. April 1749 bei einem Feuerwerk uraufgeführt. Es ist eine Gelegenheitsmusik von gigantischem Ausmaß.

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Händels brillante Feuerwerkmusik

Explosives zur Nachtzeit auf dem Neckarsulmer Marktplatz - Musikschule und Vereine musizieren

von Rudolf Landauer

Etwa tausend Gäste fanden sich in der warmen Sommernacht zu dem akustischen und optischen Spektakel ein. Das musikalische Großereignis wurde vom Jugend-Sinfonieorchester der städtischen Musikschule und den Neckarsulmer Musikvereinen unter der Gesamtleitung von Musikdirektor Jochen Hennings inszeniert.

Hennings lobte die hohe Motivation und Leistungsbereitschaft aller Mitwirkenden und die ausgezeichnete Zusammenarbeit des Jugend-Symphonieorchesters der Musikschule mit den Musikvereinen aus Neckarsulm, Obereisesheim und Dahenfeld. „Das hat uns allen sehr viel Spaß gemacht und unterstreicht die fruchtbare Kooperation mit Neckarsulmer Musikvereinen“, so der Direktor der Neckarsulmer Musikschule.

Georg Friedrich Händels Feuerwerkmusik habe man ausgewählt, weil es die ultimative klassische Freiluftaufführung überhaupt ist und die toll zur Kulturreihe der Stadt passe, begründete Hennings die Auswahl. Dass es nicht so weit kam wie bei der Aufführung 1749 im Londoner Vauxhall Gardens, als vor 12 000 Zuhörern nicht nur das Feuerwerk, sondern gleich ein ganzes Haus abgefackelt wurde, dafür sorgte Stadtkommandant Hermann Jochim. Er hatte zwei seiner Feuerwehrfahrzeuge samt Besatzung für alle Eventualitäten Stellung beziehen lassen.

Georg Friedrich Händel komponierte die Feuerwerksmusik 1748 im Auftrag des britischen Königs Georg II. Zur Begleitung eines königlichen Feuerwerks an der Themse erklang es damals, wobei die Musiker sich auf Booten auf dem Fluss befanden. Mit Händels „Music for the Royal Fireworks“, feierte Georg II damals den Frieden von Aachen im spanischen Erbfolgekrieg. Dem Neckarsulmer Ensemble gelang es, Händels Musik jene festliche, lebensfrohe und prunkvolle Ausstrahlung zu geben, die er den Zuhörern vermitteln will.

Die Formen dieser Komposition kamen sehr übersichtlich in den fünf Sätzen, Ouvertüre, Boureé, La Paix, La Réjouissance und den zwei Menuetten nachvollziehbar gegliedert zum Ausdruck. Das motivierte Orchester erreichte damit ein beeindrucktes Publikum. Direkt vor dem Dirigentenpult von Jochen Henings saß im Orchester kein Musiker, sondern ein Feuerwerker der Firma Ströbel. Auf Einsätze Hennings hin zündete er die jeweiligen synchronisierten Effekte für das Barockfeuerwerk.

Der musikalische Genuss war allerdings bei denjenigen Gästen etwas eingeschränkt, die zu nahe beim Feuerwerk neben dem Rathaus standen. Das Zischen und Rauschen der Feuerwerkkörper übertönte gelegentlich die tolle Musik, dafür waren sie aber quasi mitten im Feuerwerk. Die Größe des Marktplatzes ließ keine andere Positionierung zu. Aber zur Feuerwerksmusik Händels gehört nun mal seit 258 Jahren auch ein Feuerwerk, welches kracht und zischt.

Heilbronner Stimme, 26. Juli 2006