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Chorprojekt Trauermusik Hindemith und Händel 2006

Zusammen mit dem katholischen Kirchenchor der St. Dionysius Kirche Neckarsulm erarbeitete das Orchester die Trauermusik von Paul Hindemith sowie die Trauer-Hymne von Georg Friedrich Händel.

Die Trauermusik von Hindemith ist ein Stück für Violoncello und Streichorchester. Er schrieb das Stück in Gedenken an den Tod von George V, seinerseits der König des vereinten Königreiches.

Händel komponierte seine Trauer-Hymne zu Ehren des Todes von Queen Caroline. Uraufgeführt wurde das Werk für Chor, Orgel und Orchester im Westminster Abbey am 17. Dezember 1737.

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Feierlich-traurige Töne auf hohem Niveau

Musikschule und Kirchenchor St. Dionysius gaben erstmals ein gemeinsames Konzert

Neckarsulm Trauerkompositionen von Paul Hindemith und Georg Friedrich Händel erklangen in der Neckarsulmer Pfarrkirche St. Dionysius. Zum ersten Mal gaben die Musikschule Neckarsulm und der katholische Kirchenchor St. Dionysius ein gemeinsames Konzert.

Es war eine beeindruckende und gelungene Premiere, die allen rund 100 Musikern ein hohes Maß an Konzentration und Können abverlangte. Die von Musikdirektor Jochen Hennings und Chorleiterin Maria Vogt ausgewählten Werke erzeugten eine Atmosphäre, zu der die Worte von Neckarsulms Oberbürgermeister Volker Blust passten: „Volkstrauertag - ein Tag der traurigen Erinnerung, ein Tag sich aufdrängender Besinnung, ein Tag der gedanklichen Zusammengehörigkeit.“

Den ersten Teil des Konzerts gestaltete das Jugend-Sinfonieorchester mit der Trauermusik von Paul Hindemith, die er 1936 zum Tod des englischen Königs Georg V. schrieb. Mit weichen Streicherklänge, aus denen sich das Violoncello des Solisten Johannes Loudwin klagend heraushob, begann das Stück. Die Sätze für Violoncello und Streichorchester heißen „Langsam“, „Ruhig bewegt“, „Lebhaft“ und „Choral - Vor deinen Thron tret ich hiermit“. Besonders der Choral, unterbrochen von Improvisationen des Violoncellos, verlieh der Aufführung einen feierlich-traurigen Charakter.

In nur sechs Tagen schuf Georg Friedrich Händels die Trauer-Hymne für Chor und Orchester. Die gute Akustik der Pfarrkirche stellte den Rahmen für das gut ausgewogene Verhältnis des Orchesters zum Chor zur Verfügung. Voluminös, gewichtig und klanglich voll überzeugend, erwies sich die Kombination jugendlicher Musiker und dem reifen Chor unter der Leitung von Maria Vogt.

Der katholische Pfarrer Walter Keppler sprach mahnende Worte, Kritisches steuerte OB Blust bei. Die Geschichte lehre, dass die Menschheit unbelehrbar und unverbesserlich sei: „Sie hat noch nie den Beweis dafür angetreten, dass sie zu dauerhaftem Frieden wirklich fähig ist.“

Heilbronner Stimme, 25. November 2006