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Das JSO Neckarsulm entdeckt Luxemburg – Ein Rückblick auf die JSO Konzertreise

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Die Konzertreise des Jugendsinfonie-Orchesters der Städtischen Musikschule Neckarsulm fand in diesem Jahr vom 08.- 13. Juni statt und führte nach Luxemburg Stadt und Umgebung. Sechs Mitglieder des Orchesters schildern ihre ganz persönlichen Reiseeindrücke:

8. Juni 2019:

Los ging‘s um 9 Uhr an der Musikschule Neckarsulm mit zwei Bussen. In Luxemburg angekommen machten wir erstmal einen Zwischenstopp an einem Supermarkt, denn wir hatten alle großen Hunger. Nach einer halben Stunde fuhren wir weiter und kamen um 15 Uhr in der Jugendherberge Luxemburg Youth Hostel an. Dort bezogen wir dann direkt die Zimmer und fuhren mit den Bussen um 17 Uhr nach Mersch ab, denn dort hatten wir ein Konzert in Kooperation mit dem CMNORD-Orchester. Nach einer Anspielprobe um 17.30 Uhr begann um 19 Uhr das Konzert. Das CMNORD-Orchester unter der Leitung von Martin Elmquist spielte im ersten Teil des Konzertes die Sinfonie Nr. 1 in C-Dur op. 21 von Ludwig van Beethoven. Wir gestalteten dann den zweiten Teil des Konzertes mit unserem Dirigenten Jochen Hennings. Wir spielten das Konzertstück für vier Hörner und Orchester von Robert Schumann, Skocna aus „Die verkaufte Braut“ von Bedrich Smetana, Bauern-Polka op. 276 von Johann Strauß und Hollywood Blockbusters von James Horner. Zum Schluss spielten wir dann noch mit dem CMNORD-Orchester zusammen Eljen a Magyar op. 332 von Johann Strauß. Nach diesem wunderschönen Konzert gab es dann noch einen Stehempfang, der den Tag abrundete. (Lara H. )

9. Juni 2019:

Wieder hieß es früh aufstehen. Nach einem schnellen Frühstück ging es nach Rumelange ins Nationale Bergbaumuseum, welches in eine alte Eisenmine eingebaut ist. In drei Gruppen fuhren wir mit einer kleinen elektrisch betriebenen Bahn tief hinein. In der Mine bekamen wir einiges erklärt und gezeigt, zum Beispiel unter welchen Umständen die damaligen Arbeiter arbeiten mussten. Dazu gehörten wenig Licht, Giftstoffe, starke körperliche Beanspruchung und einige weitere Gefahren. Außerdem erfuhren wir Dinge über den Höhepunkt der Eisengewinnung, die damalige Arbeiterzahl oder die Gewinne der Mine.

Nach 3 Stunden ging es dann wieder mit dem Bus zurück zur JuHe, von wo es dann gleich weiter zu einer Stadtführung durch Luxemburg ging. Hierfür wurden wir in drei Gruppen an den berühmtesten und wichtigsten Gebäuden oder Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel der Gelle Fra oder dem Palais Grand-Ducal, dem Amtssitz des Luxemburgischen Großherzogs, vorbeigeführt und auch mit den Lageverhältnissen der Stadt (bis zu 30 Meter tiefe Hänge) vertraut gemacht. Zurück in der JuHe konnten wir dann bis zum Abendessen unsere Freizeit genießen. Danach fand der Bunte Abend statt, bei dem sich – wie jedes Jahr – jedes Register mithilfe eigener Kreativität vorstellen sollte. Diesmal war die Herausforderung, den Liedtext eines zugelosten Kinderliedes so zu verändern, dass jedes Registermitglied darin vorgestellt wurde. Neben dieser kleinen Vorstellungsrunde gab es noch Beiträge wie Herzblatt, bei dem Frau Kurzweil (Betreuerin) ihr Herzblatt finden sollte. Diese Person war am Ende ihr Sohn Lukas. Mit einem amüsanten Beitrag beteiligten sich auch die Schlagzeuger, die die Märchen Dornröschen und Hänsel & Gretel etwas umgeschrieben hatten, wodurch die Geschichten einen frischen, lustigen Wind erhielten. Bevor es dann (für die meisten) ins Bett ging, wurde noch zusammen „Angels“ von Robbie Williams mit Ukulele gesungen. (Lukas K.)

10. Juni 2019:

Nach dem gelungenen Bunten Abend durften wir heute etwas länger ausschlafen und es ging nach einem leckeren Frühstück erst um 10 Uhr los Richtung Stadtmitte. Unser Ziel war die Besichtigung der neuen Luxemburger Philharmonie. Die Architektur war faszinierend und das Orchester machte sich einen Spaß daraus den Weg, der das große Auditorium in einer endlosen Schleife umrundet, entlangzugehen und von den hohen, bunten Seitentürmen einen Blick in den Saal zu werfen, bevor die Führung losging. Besonders eindrucksvoll waren die hölzernen Schallreflektoren, die die ganze Decke des Salle de Musique de Chambre (Kammermusiksaal) überziehen und die Größe des Grand Auditorium mit seinen 1.500 Plätzen. Um die ausgeklügelte Akustik des Raumes zu erfahren, durften wir die riesige Bühne stürmen und eine spontane Choreinlage unseres Liedes „Im schönsten Wiesengrunde“ nur für die Führerin präsentieren. Gut gelaunt verließen wir die Philharmonie und konnten in kleinen Gruppen unsere Freizeit gestalten. Das Zurücklaufen zur Jugendherberge stellte manche Gruppen vor eine kleine Herausforderung, aber letztendlich kamen alle wohlbehalten an und hatten auf ihren Irrwegen immerhin ein paar weitere schöne Seiten von Luxemburg gesehen. Um 15 Uhr standen alle abfahrtbereit im weißen JSO-T-Shirt am Bus und es ging los zu unserem Open-Air-Konzert am Place d´Armes in einem kleinen Pavillon. Durch eine kurze Anspielprobe konnten wir schon viele Passanten auf den großen Platz locken. Unter den Zuhörern war sogar ein Führer aus der Bergbaumine, worüber sich alle freuten. Der Himmel war bewölkt und eigentlich war Regen angesagt, aber wir hatten Glück. Doch kaum war der letzte Ton des Konzertes verklungen setzte der Regen, der bis dahin gewartet hatte, ein. Perfektes Timing. Danach ging es wieder zurück in die JuHe. Es gab Essen und anschließend einen gemütlichen Filmeabend mit einem Film über die letzte Konzertreise 2018 nach Bordighera (Italien). (Celina S.)

11. Juni 2019:

Der vierte Tag der Konzertreise begann mit neuer Freude und Motivation. Um 8 Uhr trafen alle beim Frühstück ein. Nach dem Frühstück holten wir unsere Lunchpakete für den anstehenden Ausflug ab. Pünktlich um 9 Uhr fuhren unsere zwei Busse zur Besichtigung einer der größten und schönsten Residenzen der romanischen und gotischen Zeit Europas ab: die Burg Vianden. Alle durften sich selbstständig umschauen und jeden einzelnen Raum, der im mittelalterlichen Stil gebaut ist, bestaunen. Anschließend ging es weiter zum Pumpspeicherkraftwerk in Vianden. Es ist mit einer Leistung von 1.300 Megawatt zurzeit eines der größten in Europa. Wir schauten uns dort einen Film über die Geschichte und den Aufbau des Kraftwerks an. Danach wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe wurde in den unterirdischen Besucherstollen geführt, während die zweite Gruppe sich ausruhen konnte, bis sie an der Reihe war. Im Besucherstollen gab es Informationen über die Viandener Anlage, sowie über die großen klima- und energierelevanten Themen unserer Zeit. Danach folgte ein Rundgang durch die unterirdische Kaverne und das Betrachten der Maschinenhalle mit den betriebenen Pumpturbinen. Nach der spannenden Führung ging es mit dem Bus zum Oberbecken des Kraftwerks mit seinen zwei künstlichen Wasserspeichern. Nach der Führung ging es um 15 Uhr wieder zur Jugendherberge zurück. Dort wurde nach einer kurzen Pause um 16:30 Uhr im Konferenzraum der JuHe das Klavierkonzert Nr. 20 d-Moll von Mozart für die BUGA geprobt. Nach einer langen und erfolgreichen Probe gab es endlich Abendessen. Der Tag endete mit einem Spieleabend. Das Orchester bildete Teams und konnte an verschiedenen Stationen in Mini-Spielen gegeneinander antreten. (Alicia W.)

12. und 13. Juni 2019:

Unser vorletzter Tag begann mit einem Ausflug nach Orscholz. Zuerst besuchten wir einen Baumwipfelpfad. Trotz Wind und Wetter und teilweise Höhenangst, war der Ausblick doch sehr beeindruckend und ließ uns alle Strapazen vergessen. Inmitten des Baumwipfelpfads gab es außerdem eine Aussichtsplatte, von der aus man die gesamte Saarschleife sehen konnte. Nach einer kleinen Pause fuhren wir weiter nach Schengen zum Europa Museum, das sich am Dreiländereck befindet. Dort grenzen Luxemburg, Deutschland und Frankreich aneinander. Am Museum angekommen wurden wir in drei Gruppen mit jeweils einem Guide aufgeteilt. Vor dem Museum entlang der Mosel sind alle Flaggen der EU-Mitglieder aufgestellt. Daneben stehen drei verschieden hohe Säulen mit eingelassenen Sternen, auf denen jeweils markante Merkmale jedes Mitglieds dargestellt sind. Unter anderem kann man Teilreste der Berliner Mauer betrachten. Das Besondere am Museum ist, dass Besucher die Möglichkeit haben, ihren individuellen Wunschtext in einem Schloss eingravieren zu lassen und dieses danach nach Ländern sortiert aufzuhängen. Nach einer emotionalen Rede unseres Dirigenten verewigte sich unser Orchester ebenfalls mit einem Schloss. Zurück in der JuHe ließen wir den Tag an unserem letzten Abend gemeinsam ausklingen.

Unsere Heimfahrt begann am folgenden Tag um 9 Uhr morgens. Traditionell, wie auf jeder Konzertreise, machten wir unseren letzten Halt kurz vor Neckarsulm und ehrten alle Betreuer sowie Orchestermitglieder, die immer sehr viel Engagement zeigen (Jenny Ferreira Schmidt). Ein besonderer Dank ging natürlich wie immer an unseren Dirigenten Jochen Hennings, der sich jedes Jahr mit uns „Chaoten“ auf eine Konzertreise begibt. Dafür noch mal auch an dieser Stelle ein großes Dankeschön an unseren Chef! (Xenia F. & Sevval Ö.)