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Ciao Bordighera – das Jugend-Sinfonieorchester in der italienischen Partnerstadt

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Mit zwei großen Reisebussen sowie einem VW-Transporter machte sich das Jugend-Sinfonieorchester der Musikschule Neckarsulm in der Nacht des 18. Mai auf zur diesjährigen Konzertreise nach Bordighera, Neckarsulms Partnerstadt in Ligurien an der Blumenriviera.

Unmittelbar nach dem Bezug der Hotels vor Ort am frühen Nachmittag des Folgestages und einer kurzen Probe in den jeweiligen Hotelgärten, fand schon der erste klingende Auftakt der Konzertreise direkt an der Strandpromenade statt. Bei herrlichstem Wetter präsentierten sich unterschiedlichste Ensembles in besten Tönen: Die 12 Celli unter der Leitung von Sebastian Erlewein beeindruckten durch ihr Spiel ebenso wie Blechbläsergruppen in verschiedensten Zusammensetzungen, betreut von Marcel Farhadi. Eine gelungene musikalische Darbietung - und eine erfolgreiche Werbung für das Konzert am folgenden Abend in der Stadthalle.

Der Tag fand seinen Abschluss in der Altstadt von Bordighera, wo das Orchester sich zu einem gemeinsamen Stadtrundgang mit anschließendem Abendessen zusammenfand.

Am nächsten Tag, gleich nach dem Frühstück, war für den Vormittag eine Orchesterprobe angesetzt. Die wohlverdiente Freizeit danach verbrachten die Orchestermitglieder bei herrlichstem Wetter am Strand oder bei einer Stadterkundung, bevor es dann um 16.30 Uhr zur Einspielprobe in die Stadthalle ging; dort fand um 18 Uhr das erste Orchesterkonzert statt.

Große Plakate an markanten Stellen der Stadt kündeten von der Anwesenheit und des Konzertes des Orchesters aus der deutschen Partnerstadt und so fanden viele Zuhörer/-innen - auch dank der Vorstellung am Strand vom Vortag - den Weg ins Konzert. Sie wurden Zeugen eines fantastisch aufspielenden Orchesters, das Werke von Schostakowitsch, Ravel, Anderson, Smetana und Strauß präsentierte. Unter den begeisterten Zuhörern befand sich auch Bordigheras Bürgermeister, der sich - trotz seines vollen Terminkalenders aufgrund des momentanen Kommunalwahl-Wahlkampfes – die Zeit nahm, dem Konzert beizuwohnen und seinen Dank für den Besuch zum Ausdruck zu bringen. Auch Orchesterchef Jochen Hennings nutzte die Gelegenheit zum öffentlichen Dank für die freundliche Aufnahme sowie die tatkräftige Unterstützung durch die Partnerstadt und überreichte ein Gastgeschenk. Dank Dolmetscherin Mirella gab es keinerlei Verständigungsprobleme. Unter stehenden Ovationen des Publikums verabschiedete sich das Orchester an diesem Abend mit zwei Zugaben und der Neckarsulmer Hymne: „Im schönsten Wiesengrunde“.

Der Pfingstmontag stand ganz im Zeichen des Kennenlernens ligurischer Lebens- und Esskultur. Auf der Autobahn entlang der Küste ging es zunächst nach Imperia, dem Zentrum des ligurischen Olivenölhandels, ins dortige mit dem europäischen Museumspreis prämierten Olivenöl-Museum. In drei Gruppen erkundete das Orchester in der hervorragenden multimedial aufbereiteten Dokumentation alles Wissenswerte rund um Anbau, Ölgewinnung und Handel mit den Erzeugnissen des Ölbaums. Dabei zeigte sich, welch herausragende Rolle die symbolträchtige Pflanze des Mittelmeers von der Antike an in Kultur, Küche und Kosmetik besitzt. Gekrönt wurde dieser Besuch durch die Verkostung der reichen Palette an Produkten aus Oliven und Ölbaum. Ein willkommenes großartiges Angebot, von dem alle reichlich Gebrauch machten!

Weiter führte die Fahrt nach Albenga, einem rund 2 200 Jahre alten Küstenort, der in etwa so viele Einwohner hat wie Neckarsulm. Albenga gilt als quirliges Musterstädtchen der mittel-alterlichen Baukunst, in dessen Zentrum u.a. die sog. Geschlechtertürme, der Dom San Michele, das Baptisterium und die vielbogige Brücke Pontelungo stehen.

Den krönenden Abschluss bildete das Abendessen in einem Dorf nahe Bordighera, dessen abenteuerliche Anfahrt die Busfahrer bravourös meisterten! Bei dem 10-Gänge-Menu erlebte das Orchester die pure italienische Lebens- und Esskultur, die sich schon am Vormittag im Museum angekündigt hatte – ein kulinarischer Hochgenuss, der seinesgleichen sucht!

Nach den Sonnentagen brachte der nächste Tag viel Regen und eine Programmänderung. Statt eines Besuchs von Dolceaqua waren Gesellschaftsspiele in Gruppen, Besuche der Markthalle Bordigheras und Ausruhen angesagt. Und doch: das geplante einstündige Konzert auf der Strandpromenade um 17 Uhr fand statt, da der Regen exakt eine Stunde Pause machte! Sicherheitshalber zwängte sich das Orchester stehend in dem Strandpavillon zusammen und spielte ein verkürztes Programm. Das Konzert hatte sich im Vorfeld herum  gesprochen: Trotz des unsicheren Wetters kamen etliche Zuhörer, die sogar zum Walzer Nr.2 von Schostakowitsch tanzten – ein besonders schöner Beweis für die Begeisterung des Publikums!

Quasi zur Belohnung gab es wieder ein hervorragendes Abendessen, dieses Mal in einem Restaurant direkt am Strand.

Am Mittwoch, 23.Mai, lachte die Sonne wieder am strahlend blauen Himmel und der Ausflug nach Cannes und Nizza ins unmittelbar benachbarte Frankreich stand unter einem guten Stern. Nach viel italienischer Lebenskultur nun also einen Tag lang einen Einblick in die französische Lebensart. Der Aufenthalt im glamour-geprägten Cannes und im mondänen Nizza – auch wenn es in beiden Städten nicht nur das gibt – machen deutlich: Es gibt ihn tatsächlich, den kulturellen Unterschied, auch wenn er in der Kürze der Zeit nicht genau zu bescheiben ist – zu fühlen ist er auf jeden Fall. Ganz sicher war dieser Tag ein weiteres Highlight der Konzertreise.

Zurück in Bordighera hieß es dann beim letzten gemeinsamen Abendessen am Strand Abschied nehmen von Meer, Sonne und Wind, von schönen Momenten und Erlebnissen.

Dazu gehören natürlich das gemeinsame Musizieren in Proben und Konzerten, die Weiterentwicklung der musikalischen Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie die offensichtliche Freude des Publikums, das diese Arbeit honorierte.

Dazu gehören unbedingt auch die vielen Erlebnisse und Aktivitäten, bei denen zahlreiche Orchestermitglieder wieder eindrucksvoll unter Beweis stellten, welch kreatives und verbindendes Potenzial in ihnen steckt. Jeden Abend nach dem Essen fand ein Programm für alle statt, mit dem Ziel Zusammenhalt, Vertrauen und Verbundenheit untereinander zu fördern, zu stärken und weiter auszubauen. Und genau das findet seinen Ausdruck in der Musik.- Grazie mille!

Am Donnerstag gegen 22 Uhr trafen zwei riesige Busse und ein VW-Transporter wieder sicher und wohlbehalten an der Musikschule in Neckarsulm ein – ciao Bordighera!

Susanne Blawert, 4.6.2018