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Konzertreise nach Dänemark

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Die dänische Hafenstadt Roskilde, bekannt durch sein  Rockfestival, das, inspiriert durch legendäre Rockfestivals der Isle of Wight und Woodstock, seit 1971 stattfindet, erlebte an Pfingsten leisere, klassische Töne.

Das Jugend-Sinfonieorchester Neckarsulm war auf Konzertreise, und das Königreich Dänemark war in diesem Jahr das Ziel der 71 jungen Musikerinnen und Musiker mit ihren Betreuern. Mit dem Bus ging es über Puttgarden per Fähre nach Rodby in Dänemark und von dort zum eigentlichen Ziel Roskilde.

Die Jugendherberge lag direkt am malerischen Hafen von Roskilde mit seiner grandiosen Kulisse von Segelbooten, Motoryachten und Wikingerschiffen. Die Ostsee spiegelte den azurblauen Himmel wider, historische Winkel erzählten von der Vergangenheit der Stadt, in dessen Dom 20 dänische Könige und 17 Königinnen an Sarkophagen beigesetzt sind. Der 1280 fertig gestellte Backsteinbau steht auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes und zieht jährlich 125.000 Besucher an.

Das erste Konzert fand am Pfingstsonntag 11.00 Uhr auf dem Hafengelände statt. Wegen des Pfingstwochenendes hielten sich viele Besucher und Urlauber am Hafen auf. Die Stadt Roskilde hatte Tische und Bänke aufgestellt und Dänen, Schweden und Deutsche saßen bei einem Glas Wein und waren gleichermaßen begeistert von den jungen Musikern und ihrer Musik.

Für diese Konzertreise hatte der Künstlerische Leiter, Musikdirektor Jochen Hennings, ein buntes und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

Nach dem majestätischen Klängen des Marsches „Pomp und Circumstance“, der heimlichen zweiten britischen Nationalhymne, die das Konzert einleiteten, verzauberte Konzertmeisterin und Bundespreisträgerin Lisa Klotz mit ihrer Violine und den Zigeunerweisen op. 20 von Pablo de Sarasate die Zuhörer und riss sie zu Ovationen hin. Eine Hommage an die skandinavischen Gastgeber waren die zwei „Norwegischen Tänze“ von Edvard Grieg, denen die Schnellpolkas „Unter Donner und Blitz“ und „Leichts Blut“ von Johann Strauß folgten. Filmmusik prägte des zweiten Teil des Konzertes, der mit „Die Abenteuer des Tom Sawyer & Huckleberry Finn“ begann. Nach dem berühmten Sirtaki aus „Alexis Sorbas“ von Mikis Theodorakis beschloss die Suite „Harry Potter And The Goblet Of Fire“ von John Williams und Patrick Doyle das Hafenkonzert. Zwei Zugaben wurden von den begeisterten Dänen erklatscht.

Am Nachmittag war das Jugend-Sinfonieorchester bei einem schottischen Grafen auf Schloss Ledreborg, 6 km außerhalb von Roskilde, eingeladen, auf dessen weitläufigem Gelände eine Lifestyle-Messe für Blumen, Kunsthandwerk, Garten, Gastronomie und Musik stattfand, die mehrere Tausend Besucher anlockte. Somit wurden sie auch zum Publikum für die jungen Sinfoniker, die – und dies ist rekordverdächtig - innerhalb von wenigen Stunden bereits ihr zweites Konzert darboten.

Der Graf war begeistert vom Programm und den Musikern,  die in Konzertkleidung ein Blickfang für die Besucher waren, und lud das Orchester ein, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.

Pfingstmontag wurde ein weiteres Konzert auf dem Hafengelände dargeboten und das Orchester durfte auch hier ohne Zugabe den Platz nicht verlassen.

Das sommerliche Wetter lud geradezu ein, den Rest des Tages an einem Strand in der Nähe von Roskilde zu verbringen, um in der doch noch recht frischen Ostsee zu schwimmen. Dass Jochen Hennings samt Kleidung in der 15 Grad kalten Ostsee landete, ist schon Tradition, und er hatte deshalb mit trockener Kleidung vorgesorgt.

Am nächsten Tag war Sight-Seeing in Kopenhagen angesagt.

Als Fremdenführer boten sich Jorgen Andersen und sein Schwager an, erzählten viel über Stadt und Land, und natürlich ging kein Weg an der kleinen Meerjungfrau vorbei.

Frau Andersen, die aus Neckarsulm stammt, lebt seit vielen Jahren mit ihrem Mann in Dänemark. Beide haben sehr zum Gelingen dieser Reise beigetragen, indem sie bei der Vorbereitung den Neckarsulmer Organisatoren hilfreich zur Seite standen.

Schloss Amalienborg, in der Königin Margrethe II. residiert, beeindruckte durch seine Lage.

Es ist ein Schlossensemble, erbaut im 18. Jahrhundert, bestehend aus vier einzelnen Palais, um einen achteckigen Platz gebildet. Der Autoverkehr braust über den Platz und Touristen können sich ungeniert dem Schloss nähern, das von drei Gardesoldaten mit Bärenfellmützen bewacht wird.

Bei der anschließenden Hafenrundfahrt zeigte sich das Wetter von seiner anderen dänischen Seite:

Es regnete in Strömen, der Wind blies einem um die Ohren und alle waren froh, dass der anschließende Stadtbummel und das Einkaufen von Mitbringseln doch noch bei trockenem Wetter stattfinden konnte.

Die Organisation dieser Reise lag in den Händen Jochen Hennings und der Fördervereinsvorsitzenden Helga Friedel. Alle Verantwortlichen, Reiseleiter wie Lehrkräfte und Betreuer, waren froh, als alle Mitfahrer am Donnerstagabend müde, aber wohlbehalten und voller schöner Eindrücke in Neckarsulm ankamen.