Zum Inhalt springen

Jugend-Sinfonieorchester auf Konzertreise

75 junge Musiker erfreuen griechisches Publikum

Freitag, 10.06.2011 – endlich Beginn der Pfingstferien – und in der Nacht sollte es losgehen: das Jugend-Sinfonieorchester ging unter der Leitung von Musikdirektor Jochen Hennings, wieder auf Konzertreise - und dieses Mal nach Griechenland.

Mit dem Bus geht es pünktlich um 01.00 Uhr nachts los bis nach Venedig, von dort mit dem Schiff weiter bis Patras. Ein erstes Highlight war am Abend ein Konzert auf dem Schiff. Ein Quartett, bestehend aus Violine, Bratsche und zwei Violoncelli, begeisterte auch die anderen Mitreisenden.

Nach Verlassen des Schiffes am frühen Montagmorgen führte eine kurze Busfahrt zu unserer neuen „Heimat“, nach Selianitika am Golf von Korinth. Dort befindet sich die Anlage von Andreas Drekis, die speziell auf Orchester- oder Musikgruppen ausgerichtet ist, mitten in einem herrlich blühenden Garten und Schatten spendenden Bäumen, und direkt am Meer. Andreas war auch der Organisator der vier Konzerte und Ausflüge an den vier Tagen unseres Aufenthaltes.

Nach unserer Ankunft gab es Frühstück im neben der Anlage gelegenen Hotel, in dem auch ein Teil der Gruppe untergebracht war. Der restliche Tag verging mit Baden im Meer und Proben für das erste Konzert am Abend, das im Amphitheater am Meer in Patras stattfand. Die 200 Besucher erfreuten sich an Verdis Triumphmarsch, Mendelssohns Hochzeitsmarsch, Sibelius „Finlandia“ ebenso wie an den „James -Bond“- und „Pirates Of the Caribbean“-Medleys. Besonders begeistert reagierten die griechischen Musikfreunde auf die Polka „leichtes Blut“ und den Radetzky Marsch von Johann Strauß, und bei „Alexis Sorbas“ von Mikis Theodorakis und den „Odes“ von Elias Andriopoulos waren sie in ihrem Element.

Nach dem Konzert gab es auf Einladung der Festvalleitung ein Abendessen auf der Dachterrasse eines nahe gelegenen 4-Sterne Hotels.

Vor der Rückfahrt nach Selianitika wurden wir noch mit dem aktuellen Flüchtlingsproblem konfrontiert. Einige Afrikaner versuchten, sich in Hohlräumen von Bussen und Lastwagen zu verstecken, um so auf ein Schiff zu gelangen und somit außer Landes zu kommen. Dank der Wachsamkeit unserer Busfahrern Peter Beck und Ralph Barner, die uns wie immer gut und sicher von A nach B brachten, konnte diese lebensgefährliche Aktion in diesem Fall verhindert werden.

Der nächste Tag brachte uns nach Frühstück und Probe zu einer nahe gelegenen Bergtaverne in Dervenati. Nach dem Mittagessen um 16.00 Uhr( ! ) bestand die Möglichkeit, eine antike Stadt in den nahe gelegenen Bergen zu besichtigen. Hier gab es eine musikalische Einlage des Hornensembles, die in dieser Berglandschaft einen ganz eigenen Reiz hatte.

In der Taverne begann das Konzert, nach kurzer Anspielprobe, um 21.00 Uhr. Das Publikum war begeistert, und am Ende wurde sogar getanzt. Eine Besonderheit gilt es zu erwähnen: für unsere Gastgeber ist es offensichtlich nicht ungewöhnlich, während der Konzerte zu essen, und auch die Kinder konnten sich ungehindert austoben.

Der nächste Tag brachte uns einige Hindernisse. Auf dem Weg nach Delphi musste die erhebliche teurere Brücke, die den Peloponnes mit dem Festland verbindet, befahren werden, da die Fähren bestreikt wurden. Die geplante Führung in Delphi konnte aus demselben Grund nicht stattfinden. So besichtigten wir nur die Freianlagen. Dazu fing es auch noch zu regnen an, und man bangte schon um das Konzert in Galaxidi, das an einem überdachten Platz am Strand stattfinden sollte. Doch rechtzeitig klarte es auf, und im Anschluss an das schöne Konzert konnte die totale Mondfinsternis an einem inzwischen wieder wolkenlosen Himmel beobachtet werden.

Der letzte Tag in Griechenland war bis zur Abfahrt am frühen Abend zur freien Verfügung und wurde zum Baden, Einkaufen der Souvenirs und des Proviants benutzt.

Vor dem mitternächtlichen Ablegen der Fähre fand das vierte und letzte Konzert im Garten des Bürgermeisteramtes von Messolongi statt. Leider mussten einige Stücke aus dem Programm genommen werden, da die Fähre sonst ohne das Orchester losgefahren wäre. Nach 30 Stunden auf dem Schiff und 12 Stunden Busfahrt kamen alle müde und mit vielen neuen Eindrücken wohlbehalten in Neckarsulm an. Der Dank für diese erlebnisreiche Reise gilt dem „Chef“ der Reise, Jochen Hennings, und Helga Friedel, der Vorsitzenden des Fördervereins des JSO, die die Organisation auf deutscher Seite leisteten, und allen Betreuerinnen und Betreuern.