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Sonne, Meer, Musik und ganz viel Gastfreundschaft

Gemeinsame Konzertreise des Jugend-Sinfonieorchesters Neckarsulm mit dem Schüler-Eltern-Lehrer-Chor des ASG Neckarsulm  nach Bordighera

Zu einer gemeinsamen Konzertreise weilten kürzlich das Jugend-Sinfonieorchester der Städtischen Musikschule und der Schüler-Eltern-Lehrer-Chor des Albert-Schweitzer-Gymnasium in der italienischen Partnerstadt Bordighera. Zwei öffentliche  Konzerte unter der Leitung der Dirigenten Jochen Hennings und Xaver Detzel standen auf dem Programm das zeigte, dass der musikalischen Begegnung eine besondere Bedeutung in dieser lebendig gebliebenen Städtepartnerschaft zukommt.

Wenn 170 Musiker und Sänger im Alter von 12 Jahren bis hin zum Ruheständler eine gemeinsame Konzertreise unternehmen, ist dies ein ganz besonderes Ereignis für alle Teilnehmer und eine logistische Herausforderung für die Organisatoren auf deutscher und italienischer Seite. Organisiert von Helga Friedel mit großer Unterstützung durch Peter Lindinger, dem deutschen Hotelier in Bordighera, der mit seinen vielen Verbindungen zur bordighesischen Hotelszene und einem unermüdlichen Engagement zum Gelingen der Konzertreise beigetragen hat.  

Am Ankunftstag wurden alle Teilnehmer von Bürgermeister Giovanni Bosio sowie dem 2. Bürgermeister, Mario Iacobucci, einem der unermüdlichen Motoren der Partnerschaft, im Garten Monet empfangen. Obwohl alle Kommunalpolitiker gerade im Wahlkampf waren, nahmen sie sich Zeit für eine herzliche Begrüßung. Imbiss und Getränke wurden unter Palmen serviert, Gastgeschenke ausgetauscht und Kontakte gepflegt. Auch die Freunde des dortigen Corale Monte Caggio kamen zur Begrüßung ihrer Musiker- und Sangeskollegen.

Nach der nächtlichen Busreise, dem Bezug der Hotels und der Begrüßung durch die Stadt Bordighera trafen sich alle Mitreisenden zu einem ausgedehnten Abendessen in einem Lokal in den Bergen, wo man sämtliche italienische Köstlichkeiten probieren konnte, von denen man zu Hause träumt. Zwei Ausflüge sollten den Mitreisenden etwas von der Schönheit der Landschaft und Wissen über Tradition und Geschichte vermitteln. Dolce Acqua, die Stadt aus dem 12.-15. Jahrhundert, beeindruckte durch seine alte Brücke, die das Flussbett des im Sommer ausgetrockneten Nervia-Flusses überspannt und die Besucher auf direktem Weg in die Altstadt hinauf zur Burgruine führt. Kleine Galerien, Weinprobierstuben und Gastronomiebetriebe haben sich hier angesiedelt und machten den geführten Rundgang zu einem interessanten und lehrreichen Ereignis. Informationen über den hier angebauten Wein, einzigartige Oliven, Lebensart und Traditionen der Menschen sowie überlieferte Geschichten fesselten die deutschen Gäste.

Zu dem geistlichen Konzert in der Kirche fanden sich abends viele Besucher ein. Das Jugend-Sinfonieorchester eröffnete es mit einer mitreißenden Interpretation der Sinfonie h-Moll  „Die Unvollendete“ von Franz Schubert. Der 70 Personen zählende Schüler-Eltern-Lehrer-Chor betrat dann den Altarraum und bot mit den 90 jungen Instrumentalisten die Messe solennelle von Charles Gounod dar. Für beide Werke erhielten die Musiker begeisterten Beifall und stehende Ovationen.

Am Samstag ging eine Reise ins nahe gelegene Menton, einer alten Hafenstadt, die Dank der geschützten Lage am Fuße der Seealpen das mildeste Klima der Cote d’Azur hat. Prächtige Parks, eine wunderschöne Altstadt, die sich auf einem Hügel hinter dem Hafen gruppiert und ein alter englischer Friedhof waren der Lohn für den steilen Anstieg. Von hier aus hat man bei klarem Wetter einen Blick, der bis Korsika reicht. Wer des Bummelns durch die alten Gässchen müde war, konnte seine Füße im azurblauen Wasser kühlen und Meer und Sonne genießen.

Der letzte Abend wurde im Palazzo del Parco mitten in Bordighera zusammen mit dem Corale Monte Caggio gestaltet: Mit beschwingten Melodien aus Oper und Film setzten Sänger und Spieler einen markanten Kontrapunkt zu dem Kirchenkonzert des Vortages. Den ersten Teil des bunten Abends gestalteten der italienische Corale Mote Caggio mit Volksliedern aus Ligurien und Italien und der ASG-Chor mit Madrigalen und Spirituals. Nach der Pause präsentierten die jungen Sinfoniker mit den Hollywood Blockbusters Filmmusik vom Feinsten und spannten mit Giuseppe  Verdis Triumphmarsch aus „Aida“ den Bogen zu den beiden Opernchören: „Seht am Strauch“ aus „Die verkaufte Braut“ von Friedrich Smetana und der Gefangenenchor aus „Nabucco“ von Giuseppe Verdi. Letzteres sangen auch die italienischen Sänger und viele Menschen im sehr gut besetzten Auditorium mit – ein Erlebnis, das unter die Haut ging.

Der Ausklang und auch zugleich Abschied wurde liebevoll und temperamentvoll gestaltet von den Mitgliedern des dortigen Chors, die Pizza, Kuchen und Getränke reichten. Auch wenn das Italienisch der meisten deutsche Gäste nur dazu ausreichte, sich evtl. einen Espresso zu bestellen, so war es doch kein Problem, zusammen mit den Gastgebern italienische wie deutsche Lieder zu singen.  Gemeinsames Musizieren, Singen und Tanzen: auch das ist praktiziertes Europa und gelebte Städtepartnerschaft. Helga Friedel